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Der Physikstudent Walter Gilman (Ezra Godden) sucht eine Bleibe um seine Abschlussarbeit über String-Theorien zu schreiben, da er an der Universität Miskatonic keine Ruhe findet. In dem beschaulichen Ort Arkham wird er auf ein zu vermietendes Zimmer aufmerksam, das sich in einem 300 Jahre alten Haus befindet.



Etwas spartanisch eingerichtet und im Dachgeschoss, aber der ideale Ort, um einen klaren Gedanken fassen zu können. Doch nachdem eine Ratte mit einem Menschengesicht in den Wänden herumläuft, wird die Ruhe unterbrochen.

Wer hätte gedacht, dass Stuart Gordons Film auf eine Kurzgeschichte von H.P. Lovecraft basiert. Das war ein klein wenig mokantisch. Er ist nämlich der Spezialist, wenn es um Verfilmungen der lovecraftschen Geschichten geht. Mit Re-Animator lieferte er ein Glanzstück ab und konnte auch in den nachfolgenden Produktionen sein Talent unter Beweis stellen und die Vorzüge des Universums von Lovecraft für sich nutzen. Nun ist er einer der Regisseure der Masters of Horror Reihe und wählt den für ihn passenden Stoff aus. Im Gegensatz zum ersten Film der Reihe ist “Dreams in the Witch House” ein ganz anders gearteter Film. Nicht nur was die Geschichte angeht. Sowie die langsame Erzählweise, als auch die mystischen Elemente stehen im krassen Gegensatz zu “Incident on and Off a Mountain Road”.



Der altmodische (nicht antiquierte) Charakter von Gordons Werk wirkt für einen Horrorfan besänftigend und lässt alte Gefühle wieder aufleben. So kann man viele Anspielungen wiederentdecken. Über das Wiederauftauchen des Necronomicon, dem Hauch von Christlichkeit im Horrorfilm, die Opfergabe, die Hexerei, das Zwittermonster, ein verfallenes Haus als Hort des Bösen, Paralleluniversen, der Verführung der Sirenen, Traum und Wirklichkeit und der Weg zur Verrücktheit (inklusive der Irrenanstalt). All das packt Gordon in eine einstündige TV-Produktion. Andere würden das vermutlich nicht so reibungslos hinbekommen, aber Gordon bringt all diese Stoffe unter einem Hut und macht nicht den Fehler, zum einen, abzuschweifen und in einem Grundstoff auszuharren, und zum anderen den Film nicht übermäßig voll bepackt erscheinen zu lassen.

An den Schauspielleistungen findet man nicht sonderlich viel Negatives. Sie sind aber auch nicht überragend. Ezra Godden erinnert ein bisschen an Bruce Campbell aus vergangenen Tagen und er verkörpert den Studenten, der langsam verrückt wird gut.



Doch eine Mangelerscheinung zeigt sich. Nicht das man vielleicht F/X Effekte vermisst, die aber in manchen Szenen recht hilfreich gewesen wären, sondern die brave Linie des Films. Zwar endet alles in einem Showdown, doch irgendwie fehlt einem der Schub. Als Lovecraftfan wird einen das nicht unbedingt stören, und man wird mit Freude und Genugtuung Dreams in the Witch-House angucken. Aber ist man Splatterfan und hart gesottener Horrorgänger enttäuscht vielleicht der Film. So bleibt ein zwiegespaltendes Resultat, das sich im Endeffekt auf subjektive Erfahrungen stützt und dem man wenig Objektivität abgewinnen kann.

Für mich als Lovecraftfan ist es natürlich ein Schmankerl und nach erstem Betrachten, muss man sich den Film eigentlich noch mal angucken.

Bewertung 8,5/10

Originaltitel … H.P. Lovecraft’s Dreams in the Witch-House
Land, Jahr, Laufzeit … USA, 2005, 56min
Kinostart … 01.01.2005
Regisseur … Stuart Gordon
Drehbuch … Dennis Paoli, Stuart Gordon, H.P. Lovecraft (Vorlage)
Darsteller
Ezra Godden - Walter Gilman
Campbell Lane - Masurewicz
Jay Brazeau - Mr. Dombrowski/Vermieter
Chelah Horsdal - Frances Elwood
Susan Bain - Psychiaterin
Susanna Uchatius - Keziah Mason













© der Bilder bei Verleih -und/oder Produktionsfirma

Online-Filmdatenbank (deutsch)
Internet Movie Database (englisch)
Wikipedia Eintrag (deutsch)
DVD via Online-Filmdatenbank (deutsch)

 
titel Masters of Horror (2) - Dreams in the Witch House
autor admin
erstellt am 19/08/2006, 15:45
aktualisiert am 17/12/2009, 22:21
kategorie Filmtitel M, Horror
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