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Ellen (Bree Turner) hat einen Autounfall auf einer verlassenen Bergstraße. Der andere Wagen steht unweit von ihr entfernt. Nachdem sie wieder zu sich kommt, will sie gucken, ob dem anderen Insassen nichts passiert ist. Doch keine Spur von anderen Unfallopfern. Sie findet nur einen blutverschmierten Sitz vor. Da kommt im Mondscheinlicht ein verunstaltetes Individuum den Berg hoch und schwingt das Messer.



Nun ist Ellen klar was mit den anderen Insassen passiert ist. Sie ist die nächste und muss versuchen zu überleben. Glücklicherweise hat sie von ihrem Mann Bruce (Ethan Embry), alles über das Überleben in der Wildnis beigebracht bekommen. Der ungleiche Kampf ist nun ausgeglichener als es der Schlächter mit dem Messer vermutete.

Der Titel des ersten Films der 13-teiligen Masters of Horror Reihe (Staffel 1) impliziert eigentlich schon das was man erwarten kann. Vielleicht würde noch das Adjektiv brutal dazu passen, denn dem TV-Zuschauer wird nicht gerade leichte Kost serviert. Mit ungewöhnlicher Härte -wohlgemerkt für das Format Fernsehen- in kompakter Form, in einem rasanten Tempo und mit einer guten Story aufwartend, schaffte es Don Coscarelli die Vorgaben der Reihe -exzellent- einzuhalten, welche dem Regisseur dazu veranlassten seinen Film innerhalb von 10 Tagen abzudrehen und das vorgegebene Budget nicht zu überschreiten.



Diese zwei Bedingungen sind eigentlich ziemlich hart für einen Regisseur, dem zwar alle Freiheit gegeben wurde, aber der doch somit an einer kurzen Leine gehalten wird. Das ist aber eben der Clou der Masters of Horror Reihe und für die Regisseure ist es eher eine Herausforderung als eine Einschränkung. Hinzu müsste man noch bemerken, dass jedem Regisseur das gleiche Team zur Verfügung steht. Über Produktionsdesigner, Kameramann, Schnitt, Maske, Ton etc. Damit hat jeder die gleichen Vorraussetzungen und muss das Beste draus machen. Aber zurück zum Film. “Incident on and Off a Mountain Road” ist die gekonnte Symbiose aus den Fähigkeiten von Don Coscarelli -die erstmals im neuen Licht zu betrachten sind, weil er eigentlich aus dem Low-Budget-Bereich kommt und man ihn so normalerweise nicht kennt- und der Schreibe des Schriftstellers Joe R. Lansdale auf dessen Kurzgeschichte sich der Film stützt.



Oberflächlich könnte man sagen, dass es nur ein weiterer unbedeutender Film ist über das Survivalleben im Wald, wo schreckliche Monster (oder zurückgebliebende Hinterwäldler) lauern und man sich gegen diese zur Wehr setzen muss. Aber die verschiedenen Elemente, wie Flashbacks, das ausgeglichende Kräfteverhältnis zwischen Opfer (Ellen) und Täter (Moonface), und die Wendungen im Film, heben den Film deutlich von anderen dieses Genres ab. In vielen wird vorausgeplant und der Zuschauer kommt nicht drumherum sich das Ende vorzustellen und wird gleichsam bestätigt in seiner Annahme. Don Coscarelli setzt hingegen die Vergangenheit des Opfers ein um die Vorhersehbarkeit zu trüben. Der Zuschauer ist wirklich gespannt darauf zu erfahren wie der Film ausgeht. Beim sehen wird vielleicht schnell klar was das mögliche Ende sein kann, aber der Aha-Effekt bleibt dann doch noch. Vielleicht mit Absicht oder ungewollter Verbundenheit zum Genre lässt Don Coscarelli an vielen Stellen Erinnerung walten an zuvor gelungene Filme des Splatterkinos und siedelt sich im Endeffekt dem Backwood-Horror an. Eigentlich eine Sparte des Horrorfilms die schon oft genug schlecht kopiert wurde, andererseits wirkt “Incident on and Off a Mountain Road” auf seine Art frisch und ungebunden. Großes Lob auch an die Schauspieler, speziell Bree Turner. Sie überzeugt in ihrer Rolle der vom Ehemann ausgebildeten Überlebenskämpferin, die in der Lage ist durch Cleverness und bloßen Willen einen 2 Meter Hünen zur Strecke zu bringen. Auch setzt sie den Wandel vom Opfer in eine ebenwürdige Kämpferin glaubhaft um. John DeSantis spielt solide. Er ist eben in seinem schauspielerischen Engagement begrenzt, weil er nichts anderes tun kann, als böse zu sein. Obwohl es sich um eine einstündige TV-Produktion handelt ist sie keineswegs billig oder trashig, sondern kann sogar mit aufwendigen Kinoproduktionen mithalten. Das spricht vor allem für die Ausstattung. Clever ist die Idee das Ganze in der Nacht abspielen zu lassen, damit man kleine Schwächen an Ausstattung und Umgebung retouchieren kann. Für den Auftakt der Serie hätte man sich keinen besseren Film vorstellen können, und man wird nicht um die Tatsache rumkommen jeden weiteren an diesen zu messen.

Bewertung 8,5/10

Originaltitel … Incident On and Off A Mountain Road
Land, Jahr, Laufzeit … USA, 2005, 57min
Kinostart … 01.01.2005
Regisseur … Don Coscarelli
Drehbuch … Don Coscarelli, Stephen Romano, Joe R. Lansdale (Vorlage)
Darsteller
John DeSantis - Moonface
Ethan Embry - Bruce
Heather Feeney - junge Frau
Bree Turner - Ellen
Angus Scrimm - Buddy













© der Bilder bei Verleih -und/oder Produktionsfirma

Online-Filmdatenbank (deutsch)
Internet Movie Database (englisch)
Wikipedia Eintrag (deutsch)
DVD via Online-Filmdatenbank (deutsch)

 
titel Masters of Horror (1) - Incident On and Off A Mountain Road
autor admin
erstellt am 18/08/2006, 23:51
aktualisiert am 17/12/2009, 22:19
kategorie Filmtitel M, Horror
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